Ungefähr 4 % der Menschen leiden unter Skoliose. Dabei handelt es sich um eine seitliche Krümmung und um eine Verdrehung der Achse der Wirbelsäule. Entdecken Sie hier Informationen zu Krankheit, Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Worum handelt es sich bei einer Skoliose?

Schmerzen durch deformierte Wirbelsäule

Schmerzen im Rücken durch deformierte Wirbelsäule

Bei Skoliose handelt es sich um eine anomale, seitliche Krümmung oder Verformung der Wirbelsäule. Neben der Seitverbiegung, die das auffälligste Merkmal dieser Krankheit ist, kann es noch dazu zu Verdrehungen und zur Verformung der Wirbelkörper entlang der Längsachse kommen.

Bei Skoliose handelt es sich also um eine hochkomplexe Deformierung der Wirbelsäule, die auch innere Organe beschädigen kann. Eine Skoliose kann das alltägliche Leben der Betroffenen gehörig einschränken und ein Termin bei einem Orthopäden ist unerlässlich.

Oft sind es kleine Bewegungen, die bei Skoliosepatienten enorme Rücken- oder Nackenschmerzen auslösen können. Forscher schätzen, dass ungefähr 4 % der Menschen daran erkrankt sind – Frauen viel öfter als Männer. In den meisten Fällen entwickelt sich die Krankheit aufgrund des schnellen Wachstums während der Pubertät.

deformierte Wirbelsäule in Röntgenansicht

Natürliche Krümmung der Wirbelsäule

Unsere Wirbelsäule ist unser zentrales Stützorgan, das dafür sorgt, dass wir uns bewegen können. Sie ist in einer, von der Natur vorgegebenen, Struktur aufgebaut. Sieht man sich eine gesunde Wirbelsäule aus der Rückenansicht an, sieht man, dass sie gerade ist und dass die Wirbel ohne Verdrehung aufeinanderliegen. Bei einer Skoliose sieht man ganz klar die meist seitliche Verbiegung der Wirbelsäule. Die Verformung der Wirbel ist dabei chronisch und wird, wenn sie unentdeckt bleibt oder nicht behandelt wird, mit der Zeit immer schlimmer.

Aus der Profilansicht bildet die Wirbelsäule eine S Form – weil es natürliche Krümmungen im Hals- und im Lendenwirbelsäulenbereich, bei der Brustwirbelsäule und beim Kreuz- und Steißbein gibt. Diese Form hilft unserem Körper, beispielsweise mit Erschütterungen umzugehen. Ist man von einer Skoliose betroffen, ändert sich diese eigentlich natürliche Krümmung und der Körper versucht dieses Ungleichgewicht durch Fehlbildungen zu korrigieren.

Arzt sofort konsultieren

Sobald Sie einen Skoliose-Verdacht haben: Kontaktieren Sie einen Orthopäden oder zumindest Ihren Hausarzt. Bei einem Skolioseverdacht kommt eine Eigenbehandlung aufgrund der Komplexität der Krankheit nicht infrage. Lassen Sie sich unbedingt von einem Experten untersuchen und beraten.

Skoliose Formen

Generell wird zwischen der Skoliose und der skoliotischen Fehlhaltung unterschieden. Die Fehlhaltung kann jedoch durch Behandlungen und Therapien begradigt werden. Sie entsteht, wenn der Körper und die Wirbelsäule versuchen, eine Fehlstellung, wie zum Beispiel ungleich lange Beine, zu kompensieren. Behebt man die Ursache dieses Problems, beispielsweise durch eine orthopädische Behandlung, lässt sich auch die Krümmung korrigieren.

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Symptome bei Skoliose

Symptome bei Skoliose

Skoliose-Diagnose beim Arzt

Wie stark die Skoliose-Symptome sind, hängt von der Ausprägung der Krankheit ab. Es gibt aber einige Anzeichen, mit denen Sie feststellen können, ob Sie oder einer Ihrer Lieben an Skoliose leidet. Wenn Sie bei sich selbst einen Skoliose-Verdacht haben, gehen Sie zum Arzt und lassen Sie eine ausführliche Diagnose stellen.

Skoliose zeigt sich vor allem durch Asymmetrien im Rücken: Ungleiche Schultern oder ein schiefes Becken sind da erste Indikatoren. Viele Betroffene bekommen durch die Krümmung auch einen Buckel.

Abgesehen von den kosmetischen Symptomen äußert sich Skoliose in den meisten Fällen dadurch, dass die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen eingeschränkt ist. Ein weiteres Skoliose-Indiz ist eine schwerfällige Atmung, weil die Lungenfunktion durch die Verkrümmung beeinträchtigt wird. Oft merkt dies der Patient oder die Patientin zu Beginn gar nicht. Kinder und Jugendliche verspüren nur selten Schmerzen. Die akuten, körperlichen Beschwerden treten tatsächlich erst im Erwachsenenalter auf.

Rücken- und Nackenschmerzen durch Skoliose

Da die durch Skoliose betroffene Wirbelsäule nicht zu 100 % richtig stützt, plagen Skoliosepatienten oft Rücken-, Kopf-, und Nackenschmerzen. Das liegt auch am viel schnelleren Verschleiß, der durch die Verkrümmung entsteht. Durch die fehlende, natürliche Stabilisierung werden Muskeln überbelastet und schmerzen. Mit Fortschreiten der Skoliose deformiert sich der Brustkorb der Patienten zunehmend, sodass Herz und Lunge zusammengedrückt werden.

Model einer Wirbelsäule

Eingeschränkte Lebensqualität

Eine sehr starke Verkrümmung der Wirbelsäule verkürzt und verformt den Rumpf und somit auch innere Organe, wie Lunge, Herz oder Bauchorgane (wenn die Skoliose im Lendenwirbelbereich liegt). Ihre Funktionen können so stark eingeschränkt werden. Mögliche Folgen sind Herzprobleme oder Kurzatmigkeit.

Die Wirbelsäule ist ein wichtiges Stützorgan – bei Verschiebungen reagieren natürlich auch andere Körperteile, wie beispielsweise Gelenke, die versuchen, die Ungleichheit auszugleichen. Dies führt wiederum zu Überbelastungen und in weiterer Folge zu Schmerzen.

Klar ist, dass Skoliose die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität eines Menschen stark beeinträchtigen kann. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die emotionale Belastung, die auf den Schultern der Betroffenen lastet.

Uraschen für Skoliose

Die Ursachen: Wie entsteht Skoliose?

Eine Skoliose kann verschiedenste Ursachen haben.

Grundsätzlich spricht man von der idiopathischen Skoliose, die spontan entsteht und deren Ursache als ungeklärt gilt. Man vermutet ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren (Wachstumsschübe, biomechanische oder hormonelle Faktoren). Wenn die Ursache jedoch bekannt ist, spricht man von einer symptomatischen oder einer sekundären Skoliose.

Bei den meisten Skoliose-Patienten kann man auf ein muskuläres Ungleichgewicht, also eine Dysbalance in der Wirbelsäule schließen.

Die zwei häufigsten und bekanntesten Ursachen für die Krankheit sind:

  • Angeborene Skoliose:
    Die angeborene Skoliose wird auch kongenitale Skoliose genannt. Schon bei der Geburt tritt die Verkrümmung der Wirbelsäule auf.
  • Muskelerkrankung:
    Auch die Erkrankung von Muskeln oder Nerven kann eine Skoliose bedingen. Diese Art der Krankheit wird von Medizinern auch neuromyopathische Skoliose bezeichnet. Die Gründe für die Krankheit sind Muskelschwund, Lähmungen oder Sauerstoffmangel im frühkindlichen Alter.

Der Körper versucht sich ständig zu zentrieren – er versucht, durch die Bildung dieser Krümmungen, den Kopf über dem eigenen Becken in die Mitte zu rücken. Die meisten Skoliose-Fälle entstehen daher im Brustwirbelsäulen-, im Lendenwirbelsäulenbereich oder im Bereich dazwischen. Viele Skoliosepatienten leiden zusätzlich unter psychischen Problem und mangelndem Selbstbewusstsein.

Früherkennung und Vorsorge der Skoliose

Früherkennung und Vorsorge

Da sich Skoliose und ihre Symptome im Laufe der Zeit verschlimmern, ist die Früherkennung der Krankheit ausschlaggebend.

Der Beginn der Skoliose verursacht nur selten Schmerzen, die zu einem Arztbesuch bewegen. Daher sind regelmäßige, präventive Besuche und Checks beim Arzt für Kinder und Jugendliche elementar. Wenn eine Skoliose früh erkannt wird, kann sie relativ gut behandelt werden. Denn je jünger der Patient ist, desto leichter ist es, die Krümmung zu korrigieren. Einzige Voraussetzung: disziplinierte Therapie.

Skoliose behandeln – das können Sie tun

Eine Therapie, die die Krümmung der Wirbelsäule korrigiert, ist nur möglich, wenn der Patient sich noch in seiner Wachstumsphase befindet. Grundsätzlich sind das Physiotherapien oder Krankengymnastik.

Bei Erwachsenen geht es darum, Ihnen zu zeigen, wie Sie ohne Beeinträchtigung mit Ihrer Krankheit in alltäglichen Situationen umgehen können. Außerdem können gezielte Therapien das Fortschreiten der Krankheit verhindern.

Die Schulung der Haltung und des Atmens, das Trainieren des Körpergefühls und der Umgang mit den Schmerzen sind die zentralen Themen dieser Therapie. Sehr populär ist die „Dreidimensionale Skoliosetherapie nach Schroth“. Nach dieser sollte die Behandlung so früh wie möglich beginnen und vermitteln, wie mit der Krankheit durch aktive Körper- und Atemarbeit umgegangen werden soll. Eine Möglichkeit ist, im Wasser oder mit Stromanwendungen zu trainieren. Diese krankengymnastische Therapie lindert nicht nur die Schmerzen, sondern vermittelt auch ein besseres Körpergefühl.

Bei sehr schweren Skoliosen – wenn der Krümmungswinkel bei über 45 Grad liegt – muss eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Die Fehlstellung wird dann während der Operation chirurgisch korrigiert und die Wirbelsäule stabilisiert. Nach dem Eingriff steht natürlich eine Rehabilitations-Behandlung an.

Ein gesunder Lebensstil sorgt außerdem dafür, dass Sie besser mit Skoliose Symptomen umgehen können.

Skoliose mit Sport behandeln

  • Sport:
    Dehnübungen und tägliche Krankengymnastik stärken Ihre Muskulatur. Machen Sie beispielsweise den „Superman“ oder die „Superwoman“. Sie legen sich auf den Boden und strecken die Arme nach vorne. Dabei spannen Sie den gesamten Körper an. Einige Sekunden halten, dann wieder ablegen. Wiederholen Sie diese Übung fünf Mal.
    Eine weitere Übung, die Sie ausprobieren könnten, führen Sie mit einem großen Gymnastikball aus. Legen Sie sich dazu auf den Rücken, die Arme liegen flach am Boden, nun nehmen Sie den Ball zwischen die Füße und heben ihn mit Ihren Beinen rauf – und wieder runter. Machen Sie auch hier fünf Wiederholungen.
  • Ernährung:
    Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt zu Ihrem persönlichen Wohlbefinden bei. Verzichten Sie hierbei zusätzlich auf Rauchen und Alkohol.

Die Skoliose als Krankheit und ihre Behandlung sind sehr komplex. Informieren Sie sich also möglichst akribisch bei Ärzten und Therapeuten darüber.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.

Übung für eine starke Wirbelsäule

Weitere Fitness-Übungen für einen starken Rücken finden Sie in der Hansaplast ABC Mediathek.

Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am UKH Lorenz Böhler Wien und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

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