Ab einem Alter von 50 Jahren leidet jede zweite Frau an Osteoporose, auch Knochenschwund genannt. Diese Erkrankung des Skeletts geht mit einem zunehmenden Verlust der Knochendichte und -festigkeit einher, wodurch Knochen leichter brechen können.
Erfahren Sie hier alles zur Osteoporose, ihren Symptomen, Risikofaktoren und Ursachen sowie zur Vorbeugung und Therapie.

Worum handelt es sich bei einer Osteoporose?

Wenn die Knochen nicht mehr Stand halten

Unsere Knochen sind dafür da, dass sie unseren Körper stützten und die inneren Organe schützen. Zusammen mit Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken sorgen sie dafür, dass unser Körper beweglich ist.
Das Gewebe in den Knochen unterliegt einer ständigen Dynamik und Umbauprozessen – so bauen sich die Zellen der Knochen ständig auf und ab. Dabei wird zwischen Knochen bildenden Zellen, den Osteoblasten und Knochen abbauenden Zellen, den Osteoklasten, unterschieden. Die Osteoklasten können durch Osteoporose stark beeinflusst werden.

Definition Osteoporose

Diese Erkrankung der Knochen zeigt sich in einem gestörten Knochengefüge und einer Schwächung der Knochendichte. Die Knochen werden nach und nach porös und löchrig. Diese Umstände resultieren folglich in einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche, welche schon bei einer leichten Krafteinwirkung im Alltag auftreten können. Neben Osteoporose können auch Vitamin-D-Mangel, Erkrankungen des Knochenmarks oder Krebserkrankungen ein Grund für solche Knochenbrüche sein. Vor allem die Oberschenkel- und Armknochen sowie die Wirbelkörper sind von dieser Krankheit betroffen.

Bei Osteoporose baut der Körper zu viel Knochensubstanz ab, sodass der „natürliche“ Abbau eines gesunden Erwachsenen im Falle einer Erkrankung jährlich um bis zu 10% überstiegen wird.

Vor allem Frauen leiden an Osteoporose

Studien haben bewiesen, dass überwiegend Frauen an der Krankheit leiden. Ihr Risiko zu erkranken, ist doppelt so hoch wie bei Männern. Der Grund ist möglicherweise das fehlende Östrogen in den Wechseljahren, welches die Knochen schützt. Die meisten männlichen Betroffenen erkranken erst 10 Jahre später als betroffene Frauen. Ursachen hierfür sind der natürliche Alterungsprozess des Körpers sowie der individuelle Lebensstil. Doch es gibt noch eine Reihe an weiteren Faktoren, die Knochenschwund bedingen – aber lesen Sie hier selbst.

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Ursache Osteoporose

Die möglichen Ursachen einer Osteoporose

Die Wirkung von Kalzium

Knochen können wachsen, wenn Kalzium mithilfe von Vitamin D aus der Nahrung in das Knochengewebe eingelagert wird. Dieser Vorgang wird durch einen hormonellen Regelkreis gesteuert. Das Hormon Parathormon, das in der Nebenschilddrüse produziert wird, wird aktiviert, wenn der Kalziumspiegel im Blut unter einen bestimmten Wert fällt. Bei einer Aktivierung regt das Hormon die Osteoklasten an, Kalzium aus den Knochen zu lösen und ins Blut abzugeben. Die Folge: Die Knochen verlieren an Substanz. Folgende Hormone können einem Knochenabbau entgegenwirken: Kalzitonin (Schilddrüse), Östrogen (weibliches Sexualhormon) und Testosteron (männliches Sexualhormon). Ihnen wird eine Knochen aufbauende Wirkung zugeschrieben.

Vom Knochenaufbau zum zunehmenden Knochenschwund

Ab dem Beginn der Pubertät bauen die Knochen – abhängig von den Geschlechtshormonen und je nach genetischer Veranlagung und individueller Belastung der Knochen – überwiegend auf. Doch spätestens mit den Wechseljahren gibt es immer weniger Östrogen im Körper – das Risiko für eine Osteoporose steigt.

Die Formen der Osteoporose

Generell wird zwischen einer primären und einer sekundären Osteoporose unterschieden. Die primäre Osteoporose entsteht durch nicht direkt erkennbare Ursachen. Sie wird auch idiopathische Osteoporose genannt. Die sekundäre Osteoporose wird hingegen durch eine Grunderkrankung bedingt.

Ursachen einer primären Osteoporose

Da die Einflussfaktoren einer primären Osteoporose noch nicht zu 100 % erforscht sind, können wir Ihnen nur eine Liste an möglichen Ursachen nennen.

So könnten unter anderem folgende Faktoren der Auslöser für Knochenschwund sein:

  • Hormonmangel, etwa das Fehlen von Östrogen in den Wechseljahren
  • Genetische Veranlagung
  • Alter
  • Fehler in der Ernährung
  • Mangel an Bewegung

Ursachen einer sekundären Osteoporose

Diese Form der Osteoporose ist oft auf andere Krankheiten zurückzuführen – meist handelt es sich dabei um Stoffwechselerkrankungen.

Folgende andere Leiden können aber ebenfalls eine Osteoporose bedingen:

  • Hormonbedingte Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Typ 1 Diabetes, Hormonmangel – Vitamin D oder Sexualhormonmangel, Hormonüberschuss)
  • Magen- und Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)
  • Bösartige Geschwulste (z.B. Plasmozytome)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Erblich bedingte Erkrankungen
  • Andere Krankheiten (z.B. Magersucht)

Des Weiteren können Medikamente durch ihre Nebenwirkungen eine Osteoporose verursachen, wie etwa eine Überdosierung von Schilddrüsenhormonen.

Weitere mögliche Ursachen für Knochenschwund

Es gibt allerdings auch andere Faktoren, die eine Osteoporose verursachen können. So führt beispielsweise Alkoholmissbrauch zu einer Störung des Vitamin-D-Haushalts und Schädigung der Osteoblasten. Rauchen kann zu einer Mangelversorgung des Knochengewebes führen.

So äußert sich Osteoporose

Neben den bereits erwähnten Knochenbrüchen zeigt sich eine Osteoporose durch folgende Symptome:

  • Rückenschmerzen und Rundrücken
  • Größenverlust der Knochen

Im Anfangsstadium einer Osteoporose treten so gut wie keine Symptome auf. Diese entwickeln sich erst mit zunehmendem Krankheitsverlauf.

Diagnose, Behandlung und Therapie einer Osteoporose

Holen Sie sich ärztliche Hilfe

Meist wird eine Osteoporose erst im späten Stadium diagnostiziert, wenn bereits einige Knochenbrüche und chronische Rückenschmerzen vorliegen. Die Früherkennung könnte jedoch viel Leid und Schmerzen vorbeugen, weshalb eine regelmäßige Kontrolle ab einem gewissen Alter unabdingbar ist. Da die Knochenmasse etwa ab dem Alter zwischen 35. und 40. anfängt zu schwinden, ist diese Phase ein guter Zeitpunkt, um Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen.

Behandlung von Osteoporose

Schritt 1: Anamnese

Im ersten Schritt sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der Sie zu Ihrer Krankheitsgeschichte befragt. Beschwerden, Schmerzen und Risikofaktoren werden geklärt. Der Experte wird Sie beispielsweise auch zu möglichen Grunderkrankungen befragen. Ebenfalls wird die Beweglichkeit bei der körperlichen Untersuchung getestet. Erst bei Verdacht auf eine Osteoporose werden bildgebende Verfahren, wie etwa Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt.

Schritt 2: Knochendichte-Messung

Durch eine Osteodensitometrie wird ein T-Wert ermittelt. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist das Knochenbruchrisiko. Als Referenzpunkt wird der durchschnittliche T-Wert eines gesunden Erwachsenen herangezogen. Ab einem T-Wert von < 2,5 wird von Osteoporose gesprochen.

Schritt 3: Bildgebende Verfahren

Zur Früherkennung von Osteoporose ist eine Röntgenaufnahme nur bedingt geeignet, doch wenn die Knochenmasse bereits um etwa 30 bis 40 % geschrumpft ist, ist der Knochenschwund auch auf einem Röntgenbild erkennbar. So können Verformungen der Wirbelsäule und die Ursache chronischer Rückenschmerzen erkannt werden.

Noch effektiver ist eine quantitative Computertomografie (QCT). Der Nachteil bei der QCT ist allerdings die höhere Strahlenbelastung. Lassen Sie sich am besten vom Arzt Ihres Vertrauens beraten, welches bildgebende Verfahren – je nach Anamnese – am effektivsten für Sie ist.

Schritt 4: Labormedizinische Analyse

Bei der labormedizinischen Analyse wird Ihr Blut untersucht, um Grunderkrankungen aufzuzeigen. Des Weiteren kann Ihr Arzt so zwischen den unterschiedlichen Formen des Knochenschwunds unterscheiden.

Wenn ein krankhafter Schwund der Knochenmasse bei Ihnen diagnostiziert wurde, sollten Sie unbedingt sofort mit der Therapie beginnen.

Behandlung Osteoporose

Vorbeugung und Therapie bei Osteoporose

Es gibt einige Tipps und Tricks, die Ihnen dabei helfen, der Krankheit vorzubeugen oder eine bestehende Osteoporose zu behandeln. Aber sehen Sie hier selbst:

  • Muskeln stärken durch Sport:
    Tägliche Dehnübungen, Gymnastik und Kräftigungsübungen können einer Osteoporose vorbeugen und eine effektive Form der Therapie bei dieser Krankheit darstellen. Ebenfalls gut für die Vorbeugung und Therapie bei einer schwindenden Knochenmasse geeignet sind Sportarten wie Schwimmen und Radfahren. Effektive Dehn- und Rückenübungen für den Alltag finden Sie auf Hansaplast Youtube.
  • Auf eine knochenfreundlicher Ernährung achten:
    Führen Sie Ihrem Körper viel Vitamin D und Kalzium über eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu. Diese Maßnahme ist bei der Therapie gegen Osteoporose unabdingbar. Das Sonnenvitamin D, das den Knochenaufbau unterstützt, ist vor allem in Eiern, Hering, Rinderleber und Käse enthalten. Kalzium ist vorwiegend in Kohl, Lauch, Brokkoli, Milch und Joghurt zu finden.
  • Stürze vermeiden:
    Beseitigen Sie Stolperfallen, wie Teppiche oder herumliegende Kabel. Sorgen Sie stets für eine gute Beleuchtung – auch nachts – und erkunden Sie Straßen im Winter nur mit gutem Schuhwerk. Ebenfalls können Geschicklichkeits- und Gleichgewichtstrainings dabei helfen, Stürze zu vermeiden.
  • Auf Rauchen und Alkohol verzichten
  • Untergewicht regulieren:
    Sie sollten einen Body Mass Index von 20 bis 25 haben, denn der Kalziumgehalt des Körpers ist bei Untergewicht zu gering. Achten Sie auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung – ein nicht nachvollziehbarer Gewichtsverlust sollte durch einen Arzt abgeklärt werden.

Welche Therapie eignet sich noch bei Knochenschwund?

Neben der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung, können auch Medikamente gegen einen krankhaften Schwund der Knochenmasse helfen. So können Biphosphonate etwa einen Knochenabbau verhindern. Lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrem Arzt in Sachen Therapie und Medikation von Osteoporose ausgiebig beraten.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.

Übung um den unteren Rücken zu mobilisieren

Weitere Fitness-Übungen für einen starken Rücken finden Sie in der Hansaplast ABC Mediathek.

Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am UKH Lorenz Böhler Wien und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

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