Falls Sie an Gicht leiden, kennen Sie sie bereits: die unfassbar starken, anfallsartige Schmerzen und die geschwollenen Gelenke. Der Grund dafür ist der erhöhte Harnsäurespiegel im Blut, der im schlimmsten Fall dauerhafte Schäden an den Gelenken aber auch an den Nieren verursachen kann. Erfahren Sie hier, wie Sie Gicht erkennen, wie Sie Ihren Harnsäurespiegel kontrollieren und was Sie gegen die Gichtanfälle tun können.

Schmerzen und geschwollene Gelenke

Gicht – Schmerzen und geschwollene Gelenke

Was ist Gicht?

Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu Schäden an den Gelenken und den inneren Organen führen kann. Sie entsteht, wenn der Harnsäurewert im Blut erhöht ist. Mediziner sprechen hier von einer Hyperurikämie. Das bedeutet, dass sich zu viel Harnsäure im Körper befindet und sich schließlich in Form von Harnsäurekristallen in den Gelenken oder im Gewebe ablagert. Diese Kristalle stören den Stoffwechsel des Körpers und sind deswegen die Ursache für akute Gichtanfälle und die damit verbundenen heftige Schmerzen in den Gelenken. Am häufigsten tritt Gicht übrigens im großen Zeh, im Knie oder in den Fingern auf.

Harnsäure als Grund für Gicht

Ein akuter Gichtanfall tritt dann ein, wenn die Harnsäure einen gewissen Wert überschritten hat. Die Schmerzen können dann mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen anhalten und klingen danach aber wieder ab. Die Harnsäure wird normalerweise vom Körper selbst regelmäßig ausgeschieden. Sie entsteht, wenn Purine abgebaut werden. Purine sind Bestandteile aus Zellkernen und auch in unserer Nahrung enthalten.

Typisch für die Gicht ist, dass Sie lange Zeit keine Schmerzen oder Veränderungen in Ihrem Körper spüren, die Krankheit beginnt also mit einer asymptomatischen Phase. Erst bei einem Anfall erfahren Sie, dass Sie überhaupt an Gicht leiden.

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Symptome der Gicht

Die Gicht – die Symptome

Mediziner unterscheiden vier Gicht-Stadien.

  • Stadium 1- Hyperurikämie: Die Betroffenen haben einen erhöhten Harnsäurespiegel, können aber jahrelang ohne Beschwerden leben.
  • Stadium 2 – Akute Gicht: Patienten im Stadium der akuten Gicht leiden unter regelmäßigen Anfallen, die meist in der Nacht auftreten. Anfangs sind oft Zehen oder Finger von der Gicht betroffen.
  • Stadium 3 – Wiederkehrende Gicht: Zwischen den Anfällen haben die Betroffenen keine Beschwerden – sie werden jedoch medikamentös behandelt. Die Gicht könnte sich ansonsten verschlimmern und chronisch werden und der Abstand der Anfälle könnte sich verkürzen.
  • Stadium 4 – Chronische Gicht: Lässt man sich nicht medizinisch behandeln, entsteht eine chronische Gicht. Sie hat unterschiedliche Ausprägungen. Die Gelenk-Gicht beschränkt sich dabei, wie es der Name schon erahnen lässt, auf die Gelenke. Es kann sein, dass hier verschiedene gleichzeitig von der Krankheit betroffen sind. Eine weitere chronische Form, die Weichteil-Gicht hingegen kann an verschiedensten Stellen auftreten, weil sich die Harnsäure-Ablagerungen auf Knorpel- und auf Weichteilgewebe verteilen. Sichtbar ist sie dann in Form von Knoten, die oft am Ohr, den Sehnenscheiden oder den Schleimbeuteln auftreten. Die Gicht kann auch die Niere betreffen. Hier breiten sich die Harnsäurekristalle im Organ aus und bilden Nierensteine oder Nierengries, die eine besonders schmerzhafte Kolik verursachen können.
Ursachen der Gicht

Die Gicht – die Ursachen

Der Hauptgrund für Gicht ist ein ungesunder Lebensstil – sie geht oft einher mit Übergewichtigkeit, Zuckerkrankheit, überhöhten Blutfettwerten oder auch Bluthochdruck. Männer, zwischen 40 und 60, sind am häufigsten von Gichtanfällen betroffen. Die Ursache für die Gicht ist bei den meisten Fällen eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Das nennen Mediziner eine „primäre Hyperurikämie“ oder auch „primäre Gicht“. Hier spielt auch die Niere eine große Rolle, die oft nicht genügend Harnsäure ausscheidet. Auch andere schwerwiegende Erkrankungen, wie Leukämie, können die Verursacher einer Gicht sein. Ein weiterer begünstigender Gicht-Faktor ist die Einnahme bestimmter Medikamente. Sie kann das Gleichgewicht der Bildung und Ausscheidung von Harnsäure zerstören. Darüber sprechen Sie am besten mit dem Arzt Ihres Vertrauens.

Neben diesen internen spielen auch externe Faktoren, wie die Ernährung eine große Rolle.

Risikofaktoren der Gicht

Die Gicht tritt vermehrt in Industriestaaten auf und ist auch als so genannte „Wohlstandserkrankung“ bekannt. Die meisten ihrer Risikofaktoren finden sich in unserem tagtäglichen Lebensstil – zum Beispiel auf unserem Teller. Dazu kommt eine zu purinhaltige Ernährung, das heißt in den meisten Fällen ein zu hoher Fleischkonsum. Doch auch Fisch und Meeresfrüchte in großen Mengen können Gicht verursachen. Üppige Mahlzeiten und massiger Konsum an Alkohol fördern das Ausbrechen der Krankheit zusätzlich.

Was passiert beim Gichtanfall

Was passiert beim Gichtanfall?

Nach reichhaltigem Alkoholkonsum oder schweren Mahlzeiten sammeln sich die Harnsäurekristalle im Blut und lagern sich im Gelenk ab. Sie reizen es so stark, bis es sich schließlich entzündet. Es schwillt dann an und schmerzt stark. Begleiterscheinungen von einem Gichtanfall sind Fieber, beschleunigter Puls und Kopfschmerzen.

Behandlung bei Gicht – Harnsäurespiegel senken

Gichtanfälle sind schmerzhafte Unterfangen. Sie können jedoch leicht behandelt werden. In erster Linie geht es den Medizinern darum, die Entzündung so schnell wie möglich zu hemmen. Ist das erstmals geschafft, geht es darum, den Lebensstil zu ändern, auf die Ernährung zu achten, Übergewicht zu reduzieren und sehr viel zu trinken.

Gicht behandeln

Langfristige Gicht hingegen wird mit Medikamenten behandelt, die den Harnsäurespiegel senken. Hier unterscheidet man unterschiedliche Wirkstoffe – Urikosurika, sie fördern das vermehrte Ausscheiden von Harnsäure, und Urikostatika, sie enthalten den Wirkstoff Allopurinol. Er hemmt das Enzym, das für den letzten Schritt der Harnsäurebildung zuständig ist – die Ablagerungen der Kristalle löst sich auf und im Idealfall bilden sich auch Nierensteine wieder zurück.

Gicht vorbeugen

Unsere Tipps

Mit gesunder Ernährung Gicht verhindern

Falls Sie an Gicht leiden, gilt: Achten Sie auf Ihre Ernährung, so können Sie die Krankheit und ihre Symptome erheblich verbessern. Wählen Sie Ihre Lebensmittel bewusst aus: Je purinärmer, desto besser. So kontrollieren Sie Ihren Harnsäurespiegel, lindern die Symptome und beugen einem erneuten Anfall ganz einfach vor.

Unser Ratschlag: Verzichten Sie weitestgehend auf Schalentiere, zu viel Fleisch oder Fisch. Diese Lebensmittel enthalten jede Menge an Purinen und sollten nicht täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Ganz oben auf der Liste, mit den Lebensmitteln die Sie unbedingt vermeiden sollten stehen auch Ölsardinen, Forellen, Kalbsleber, Schweineschnitzel, Schinken, Erbsen oder Linsen. Sie enthalten jede Menge an Purinen, die zu Harnsäure abgebaut werden und sich bei Gicht im Körper übermäßig anreichern. Greifen Sie lieber zum Glas Wasser und nicht zum Krügerl: Der regelmäßige Konsum von alkoholischen Getränken (vor allem Bier) wirkst sich nämlich negativ auf Ihren Stoffwechsel aus. Vermeiden Sie auch Durstphasen und strenges Fasten.

Lebensmittel, die wenig Purine haben, sind beispielsweise Topfen, Joghurt und Milch: Davon können Sie beliebig viel essen. Ohne Bedenken dürfen Sie ebenso Eier, Käse, Kartoffeln, Weißbrot und Reis verzehren. Gönnen Sie sich auch genügend Obst und Gemüse. Für Gicht Patienten kommen hier vor allem Gurken, Paprika oder Tomaten infrage. Trinken Sie außerdem reichlich Wasser (zumindest 2 Liter am Tag), ungezuckerte Tees oder natürliche Fruchtsäfte. Der Vitamin C Gehalt in Obst und Säften ist noch dazu harnsäuresenkend, Auch hier gilt: Mit Maß und Ziel genießen, denn zu viel Vitamin C kann der Körper nicht aufnehmen.

Behandlung: Schmerz- und Physiotherapie schaffen Abhilfe

Testen Sie selbst, was Ihnen gut tut und was nicht. Unser aller Stoffwechsel ist individuell – finden Sie hier die Lebensmittel, die Ihnen am besten schmecken und Ihnen helfen, der Gicht vorzubeugen.

Gicht mit Sport behandeln

Bewegung und Sport für den Stoffwechsel

Raus an die frische Luft mit Ihnen: Reichlich Bewegung hat zwar keinen direkten Einfluss auf den Harnsäurespiegel, sie regt jedoch den Stoffwechsel an. Genau deswegen sollten Sie auch regelmäßig Sport betreiben. Unsere Empfehlung: Schonen Sie Ihre Gelenke und powern Sie sich beim Schwimmen oder beim Fahrradfahren vollkommen aus.

Kurz nach einer Gicht-Attacke sollten Sie sich und Ihren Körper jedoch schonen. Lagern Sie hier das betroffene Gelenk hoch, kühlen Sie es mit kalten Umschlägen und bleiben Sie, wenn es Ihnen wirklich nicht gut geht, lieber im Bett.

Ist die Gicht erstmal zum Ausbruch bekommen, ist es wichtig, sich regelmäßig behandeln zu lassen. Schauen Sie auf sich und Ihre Gesundheit und achten Sie vor allem auf eine purinarme und ausgewogene Ernährung.

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Durch Sport Stoffwechsel anregen

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Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am UKH Lorenz Böhler Wien und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

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