Fibromyalgie ist eine schwierig zu diagnostizierende Krankheit. Sie führt dazu, dass die Betroffenen Schmerzen in allen Muskeln des Körpers haben. Personen mit Fibromyalgie haben auch sogenannte „Tender Points“. Das sind Stellen am Körper, die bei Berührung stark schmerzen. Bisher ist nicht bekannt, was Fibromyalgie verursacht.

fibromyalgie – was ist das?

Fibromyalgie (auch Fibromyalgiesyndrom) setzt sich aus 3 Worten zusammen: dem lateinischen Wort „Fibra“ für Faser sowie den griechischen Worten „myos“ für Muskel und „álgos“ für Schmerz. Fibromyalgie gehört zu einer Gruppe von chronischen Schmerzkrankheiten, die das Bindegewebe betreffen – inklusive Muskeln und Bändern (Ligamenten).

der Ischiasnerv

Dabei kommt es zu chronischen Muskelschmerzen am gesamten Körper und ausgeprägtem Druckschmerz an vielen Körperstellen. Viele Patienten klagen auch über starke Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfweh, Magen-Darm-Beschwerden, Konzentrationsschwäche sowie über vermehrte Ängstlichkeit oder Depressivität.

GEWINNEN SIE

Ein exklusives Rücken-Fit-Set

Testen Sie Ihr Wissen über Rückenschmerzen und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Rücken-Fit-Package, bestehend aus einem praktischen Wirbelsäulenstrecker gegen Verspannungen und Rückenschmerzen sowie dem Ratgeber „Rücken Akut-Training“ mit vielen hilfreichen Übungen. Damit haben Rückenschmerzen keine Chance mehr!

Wissen testen

UNSERE FRAGE

Testen Sie Ihr Rücken-Wissen!

Wie viel Prozent der österreichischen Bevölkerung leiden mindestens 1x im Leben an Rückenschmerzen?
Ursachen von Fibromyalgie

Ursachen von Fibromyalgie

Die Ursachen sind ungeklärt

Sowohl die Ursache als auch die Mechanismen der Krankheitsentstehung von Fibromyalgie sind ungeklärt. Es besteht eine Vielfalt von Befunden über hormonelle, genetische, psychische und neurophysiologische Faktoren, die jedoch keine klaren Schlüsse zulassen. Die Forschung diskutiert derzeit eine Störung Schmerz verarbeitender Systeme im zentralen Nervensystem mit der Folge einer erniedrigten Schmerzschwelle. Ein Phänomen das „central sensitization“ – also zentrale Sensibilisierung genannt wird – und auch dem Reizmagen bzw. Reizdarm sowie dem chronischen Müdigkeits-Syndrom zugrunde liegen könnte.

Wie es zur Entstehung der „central sensitization“ kommt, ist ebenfalls nicht geklärt. Eine plausible Theorie ist, dass manche Menschen eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit und dadurch eine genetische Prädisposition für die Entstehung von Fibromyalgie haben. Bei anderen Personen könnten auch verschiedene Stressoren wie physische oder emotionale Traumata, Schlafstörungen oder andere gesundheitliche Konditionen zur Entstehung der Krankheit führen.

Betroffene

Die Wahrscheinlichkeit an Fibromyalgie zu erkranken ist 8x höher, wenn innerhalb der Familie bereits ein Krankheitsfall vorliegt. Betroffen sind, je nach Quelle, etwa 0,6 bis 4 % der Weltbevölkerung – in Österreich geht man von ca. 2 % aus.

Davon sind 85 bis 90 % Frauen. Die Erkrankung beginnt meist gegen Ende der 20er, ist zwischen 30 und 40 Jahren voll entwickelt und tritt besonders vor und während der Wechseljahre verstärkt auf.

Der Krankheitsverlauf zieht sich meist über viele Jahre hin. Die Stärke der Symptome und damit einhergehend die gesundheitlichen Einschränkungen sind jedoch individuell sehr verschieden.

Durch die teils unspezifischen Symptome kann es lange dauern, bis die Krankheit richtig diagnostiziert wird. Bei älteren Menschen wird Fibromyalgie fälschlicherweise oft mit Altersbeschwerden verwechselt. Daher kommt es immer wieder zu „Patientenkarrieren“. Das heißt, die Betroffenen haben bereits viele Ärzte besucht und viele, teilweise überflüssige, diagnostische oder therapeutische Maßnahmen hinter sich.

Symptome für Fibromyalgie

Symptome und Beschwerden bei Fibromyalgie

Schmerzen

Das primäre Symptom bei Fibromyalgie sind chronische, diffuse und beständige Schmerzen. Patienten beschreiben den Schmerz als tiefen Muskelschmerz, Muskelkater, Steifheit, Brennen oder Pochen. Manche Patienten verspüren außerdem noch Taubheit oder ein „eingeschlafenes“ Gefühl in Armen und Beinen.

Auch wenn die Schmerzen durchgehend vorhanden sind, variiert die Intensität jedoch und ist abhängig von verschiedenen Umständen wie Angst, Stress, schlechtem Schlaf oder Kälte. Nach dem Aufwachen kommt es oft zu Muskelsteifigkeit, die sich jedoch im Laufe des Tages bessert. In manchen Fällen bleibt sie jedoch den ganzen Tag bestehen. Eine häufige Beschreibung ist „Es fühlt sich an, als hätte ich immer Grippe“.

Zu Beginn der Krankheit beschränkt sich der Schmerz oftmals auf bestimmte Muskelgruppen – meist Schultern und Nacken. Im Verlauf der Krankheit sind immer mehr Muskelgruppen betroffen und viele Patienten berichten von Schmerzen im Nacken, dem unteren und mittleren Rücken, Armen, Beinen und der Brust. Diese Stellen fühlen sich schon bei leichtem Druck sehr schmerzvoll an und werden „Tender Points“ genannt.

Viele Patienten mit Fibromyalgie berichten außerdem, dass sich ihre Gelenke geschwollen anfühlen, obwohl keine Entzündung oder Schwellung sichtbar ist.

Weitere Schmerzsymptome

Patienten mit Fibromyalgie sind oft auch von anderen Schmerzen betroffen:

  • Die Mehrheit von Personen mit Fibromyalgie hat auch Migräne oder muskuläre Kopfschmerzen.
  • Die Symptomatik eines Reizdarms oder Reizmagens mit wiederkehrenden Bauchschmerzen sowie Durchfall, Verstopfung oder beidem kommt bei Fibromyalgie häufig vor.
  • Eine chronische Blasenentzündung oder ein chronisches Blasenschmerzsyndrom mit Blasenschmerzen und Harndrang tritt bei Patienten mit Fibromyalgie gehäuft auf.

Müdigkeit und Schlafstörungen

Schlafstörungen und dauerhafte Müdigkeit treten bei mehr als 90 % aller Fibromyalgie Patienten auf. Sie berichten häufig über leichten, nicht erholsamen Schlaf, haben Schwierigkeiten beim Einschlafen, wachen nachts häufig auf und fühlen sich beim Aufwachen erschöpft.

Es scheint eine Verbindung zwischen Fibromyalgie und dem chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) zu geben. Die meisten Patienten mit CFS erfüllen die Tender Points Bedingung für Fibromyalgie und fast 70 % aller Fibromyalgie Patienten erfüllen die Kriterien für CFS.

Depression und Ängstlichkeit

Ungefähr 30 % aller Personen mit Fibromyalgie haben zum Zeitpunkt der Diagnose eine Depression. Die Häufigkeit einer Depression oder Angststörung bei Personen mit Fibromyalgie liegt im Laufe ihres Lebens bei 74 bzw. 60 %.

Behandlung von Fibromyalgie

Behandlung und Therapie bei Fibromyalgie

Diagnosestellung

Durch die teilweise verwirrenden Symptome ist die Diagnosestellung bei Fibromyalgie eine Herausforderung für den behandelnden Arzt. Einen spezifischen Test gibt es nicht. Sowohl Röntgenbilder als auch Laborwerte geben daher keinen eindeutigen Aufschluss darüber, was dem Patienten fehlt. Daher werden meist die Tender Points zur Hilfe genommen. Besteht bei 11 oder mehr von 18 Tender Points eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit, liegt der Verdacht auf Fibromyalgie nahe. Diese Punkte liegen meist nahe an Gelenken und Sehnen-Muskel-Ansätzen.

Fibromyalgie vs. andere Krankheiten

Die Feststellung, ob die Symptome einer Person wirklich durch Fibromyalgie und nicht durch eine andere Krankheit ausgelöst werden, kann ein langwieriger Prozess sein. Verschiedene Krankheiten können Muskelschmerzen, Müdigkeit oder andere Symptome von Fibromyalgie verursachen und müssen vorher ausgeschlossen werden.

  • Chronische Polyarthritis
  • Lupus Erythematodes
  • Arthrose
  • Morbus Bechterew
  • Polymyalgie
  • Hypothyreose und andere Hormonstörungen
  • Myositis
  • Neurologische Erkrankungen

Therapie

Die optimale Behandlung bei Fibromyalgie inkludiert einen Arzt bzw. eine Ärztin, eine/n Physiotherapeuten/in, eine/n Psychotherapeuten/in und eine/n Krankenpfleger/in.

Generell gilt bei der Behandlung Folgendes:

  • Fibromyalgie ist keine degenerative oder deformierende Krankheit und nicht lebensbedrohlich. Dennoch stellen die Behandlung chronischer Schmerzen und Müdigkeit eine Herausforderung dar, für die es keine „einfachen Lösungen“ gibt.
  • Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten: Spezielle Medikamente können dabei helfen die Schmerzen zu lindern sowie die Qualität des Schlafes und das psychische Befinden zu verbessern. Bewegung, Dehnübungen und andere Aktivitäten sind ebenfalls wichtig, um die Symptome in den Griff zu bekommen.
  • Fibromyalgie zu verstehen, kann dem Therapieverlauf sehr zugutekommen, weshalb Aufklärung und ausführliche Informationen zu dieser Krankheit ein Muss sind. Zum Beispiel könnten Patienten glauben, der Grund für ihre Krankheit wäre eine nicht diagnostizierte Entzündung, weshalb sie die Behandlung abbrechen.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Neben der medikamentösen Behandlung von Fibromyalgie gibt es verschiedene zusätzliche Therapiemöglichkeiten.

Therapiemöglichkeiten von Fibromyalgie

  • Sporttherapie und Funktionstraining
    Regelmäßiges Ausdauertraining – wie Schwimmen, Radfahren oder Gehen – hilft bei der Reduktion von Muskelschmerzen und verbessert die Muskelstärke. Das Training sollte jedoch langsam begonnen und schrittweise gesteigert werden. Auch die Arbeit mit einem Physiotherapeuten ist für viele Patienten hilfreich.
  • Entspannungsübungen
    Kognitive Verhaltenstherapie, Hypnose und Biofeedback konnten Patienten helfen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen bzw. manche Körperfunktionen besser zu steuern.
  • Akupunktur
    Bei der Akupunktur werden dünne Nadeln an bestimmten Stellen in die Haut gestochen. Manche Patienten berichten von einer Verbesserung ihrer Symptome. In klinischen Studien konnte jedoch keine Verbesserung gemessen werden.
  • Tai Chi und Yoga
    Einige Patienten mit Fibromyalgie profitierten durch die Ausübung von Tai Chi oder Yoga
  • Ernährungstherapie
    Die Umstellung auf vegane Rohkost zeigte bei einer Studie innerhalb von sechs Wochen deutliche Verbesserungen in verschiedenen subjektiven Parametern der Fibromyalgie. Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Ernährung nur zum größten Teil aus veganer Rohkost bestand. Wenn die Patienten ihre normalen Essgewohnheiten wieder aufnahmen, kehrten jedoch die Symptome in ihrer ursprünglichen Stärke wieder zurück. Eine größtenteils vegetarische Diät zeigte hingegen keine deutliche Verbesserung.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.

Übung für eine bewegliche flexible Wirbelsäule

Entdecken Sie eine Übung für einen gedehnten und schmerzfreien Rücken.

Weitere Fitness-Übungen für einen starken Rücken finden Sie in der Hansaplast ABC Mediathek.

Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am UKH Lorenz Böhler Wien und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

Rückenschonendes Arbeiten

Unsere Tipps für einen gesunden Rücken bei sitzenden Berufen

Tipps holen

Stärkung Rückenmuskulatur

Rückenschmerzen können durch gezielte Übungen wirksam vermieden werden. Entdecken Sie hier unser effektives Trainingsprogramm!

So geht’s