Jede Bewegung schmerzt und schon die kleinste Belastung macht sich in den Gelenken bemerkbar: Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, die durch geschädigte Knorpel in den Gelenken bedingt wird. Vor allem ältere Menschen leiden unter Arthrose und ihren Folgen.
Entdecken Sie hier, wie Sie Symptome der Arthrosis Deformans richtig deuten, welche Ursachen Schuld an dieser Krankheit sind und wie Sie Arthrose mit einer gezielten Behandlung und Therapie in den Griff bekommen.

Alles zu Arthrose

Alles zu Arthrose

Wenn die Gelenke verschleißen

Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, die einen veränderten Zustand der Gelenke mit sich trägt – einen Gelenkverschleiß oder eine Gelenkabnutzung.

Da es sich um eine degenerative Krankheit handelt, zeigt sich Arthrose in einer chronischen Schädigung des Gelenkknorpels. Dies äußert sich darin, dass die Knorpelschicht eines oder mehrerer Gelenke zunehmend dünner wird. Knorpel fungieren als Bindeglied zwischen zwei Knochenenden – deshalb weisen sie im gesunden Zustand schützende und elastische Eigenschaften auf. Sie dienen als Stoßdämpfer bei allen Bewegungen.

Bei einer Arthrose lösen sich diese Knorpel nach und nach auf. Die Folge: Die Knochenenden reiben aneinander. Mit der Zeit können im umliegenden Gewebe krankhafte Veränderungen und Verhärtungen auftreten. Zudem kann es zu einer Schädigung der Muskulatur, der Knochen und der Gelenkkapseln kommen.

Der Körper wirkt dem Abrieb der Knorpel entgegen, indem er die zerstörte Fläche durch Knochenanbau wieder vergrößert. Folgend können sich Sporne – auch Osteophyten genannt – bilden. Diese belasten den Körper aber folglich noch mehr, da Sporne die Biomechanik der Gelenke stören können.

Weitere Bezeichnungen für die Arthrose sind:

  • Osteoarthrose
  • Arthrosis Deformans
  • Degenerative Arthropathie
  • Osteoarthritis

So weit ist Arthrose verbreitet

Die Arthrose ist eine der häufigsten Formen der Gelenkerkrankungen. Fast alle Menschen leiden im Laufe ihres Lebens an einem Gelenkverschleiß. Meistens zeigt sich dieser ab einem Alter von 40 Jahren. Ab dem 65. Lebensjahr zeigen sich so gut wie bei jedem Menschen erste Anzeichen eines Verschleißes.

Je älter man wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man Arthrose bekommt. Dennoch können auch junge Menschen an diesem Leiden erkranken. Warum das so ist, erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Arthrose kann in einer Vielzahl von Formen auftreten, denn im Prinzip kann jedes Gelenk des Körpers betroffen sein. Am häufigsten kommt die Krankheit in den Bein- und Wirbelgelenken vor. Des Weiteren tritt Arthrose oft im Schulter-, Knie- und Sprunggelenk sowie in den Zehen auf. Eine Arthrose des Hüftgelenks wird in der Medizin Coxarthrose genannt, im Knie Gonarthrose.

Der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis

Oft werden diese beiden Krankheiten synonym genannt, doch unterscheiden sie sich in einigen Punkten gravierend. Bei der Arthritis tritt eine Entzündung auf, welche aber bei der Arthrose fehlt. Das Gelenk leidet unter einem Verschleiß im Gegensatz zu einer Entzündung.

Eine Athrose kann allerdings zur Arthritis werden, wenn im Zuge des Krankheitsverlaufs Entzündungen beim Patienten auftreten. In diesem Fall sprechen Experten von einer „aktivierten Arthrose“. Alles Weitere zum Krankheitsbild der Arthritis finden Sie in unserem Arthritis Beratungsbereich.

Symptome Arthrose

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Die Symptome der Arthrose

Anzeichen richtig erkennen und deuten

Die Erkrankung an Arthrose bedeutet nicht, dass zwingend Symptome auftreten müssen. Oft zeigen sich in Röntgenbildern der Patienten erste Abnutzungen, die aber keine Schmerzen hervorrufen. Viele Menschen leben jahrelang beschwerdefrei.

Betroffene mit Symptomen haben meist in nur wenigen Gelenken Beschwerden. Diese nehmen von Jahr zu Jahr zu. Dennoch gibt es auch Patienten, die, meist durch traumatische Erlebnisse ausgelöst, in kurzer Zeit starke Symptome von Arthrose zeigen.

Betroffene klagen über folgende Symptome:

  • Belastungsschmerzen
  • Bewegungsschmerzen
  • Ruheschmerz
  • (hitzende) Schwellungen
  • Gelenkergüsse (Knie ist geschwollen, kann nicht gebeugt werden, Druckgefühl im Knie)
  • Bewegungseinschränkungen
  • Gelenkseinsteifung

Belastungsschmerzen

Diese sind in den meisten Fällen die erste Art von Schmerzen, die bei einer beginnenden Arthrose auftreten. Oft machen sich die Beschwerden nur dann bemerkbar, wenn der Betroffene einer ungewohnten, körperlichen Tätigkeit nachgeht, wie zum Beispiel Kistenschleppen. Mit der Zeit nimmt die Häufigkeit der Belastungsschmerzen zu. So können schon Alltagsbelastungen Patienten massive Probleme bereiten. Die Gelenke werden dann oft als „steif“ bezeichnet, begleitet durch Schwellungen und Sehnenschmerzen. Die Symptome können auch nur phasenweise auftreten und durch die Witterung verstärkt werden.

Bewegungsschmerzen

Nach einiger Zeit können aus Belastungsschmerzen Bewegungsschmerzen werden. Das bedeutet, dass nach längerem Sitzen oder Liegen beim Aufstehen Schmerzen auftreten, die dann wieder verschwinden. Durch längere Belastungen treten die Schmerzen wieder auf – begleitet durch Ermüdungserscheinungen der Muskeln. Aus Angst vor diesen Schmerzen nehmen Patienten oft eine Schonhaltung ein, da sie bereits gut wissen, welche Bewegungen ihnen Schmerzen bereiten. Dadurch können in Folge allerdings Haltungsschäden und weitere Probleme auftreten.

Ruheschmerz

Ausgelöst durch einen Gelenkerguss (Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk) plagt dieses Symptom Patienten vor allem nachts und wird als Dauerschmerz wahrgenommen. Der Gelenkerguss führt zu einer Reizung der Gelenkhaut und oft auch zu einer Entzündung.

Arthrose im Spätstadium

Bei einer fortschreitenden Arthrose verändert das Gelenk seine Struktur. Diese zeigt sich durch eine fehlende Belastbarkeit der Muskeln, dem Schrumpfen der Gelenkkapsel und einer Einschränkung des Bewegungsapparates. Betroffene Gelenke können instabil werden, plötzlich einknicken und starke Schmerzen bei Patienten verursachen. Dies nennt man in der Fachsprache „Giving-Way-Phänomen“.

Des Weiteren kann es zu hörbaren Reibe- und Knackgeräuschen kommen. Das passiert, wenn die Gelenke so stark verschlissen sind, dass sie nicht mehr reibungslos miteinander arbeiten können, da die „Polsterung“ fehlt. Dieses Symptom wird als „Krepitation“ bezeichnet.

Die unterschiedlichen Schweregrade der Arthrose im Überblick

Wenn die Tiefe der Schädigung sich auf eine Arthrose Grad 1 beläuft, wird die Krankheit durch eine Verfärbung und Erweichung des Knorpels erkannt. Bei Grad 2 sind bereits eine raue Oberfläche und kleine Risse sichtbar. Grad 3 weist einen kraterförmigen Defekt auf, der fast bis zum Knochen reicht. Bei Grad 4 – dem höchsten Schädigungsgrad – kommt es zu einem kompletten Knorpelverlust mit freiliegendem Knochen.

Ursachen von Arthrose

Die Ursachen von Arthrose

Nun kennen Sie die Symptome dieser Erkrankung und wollen mit Sicherheit wissen, wodurch Arthrose bedingt wird.

Wie bereits erwähnt, kommt es bei der Arthrose zu einer zunehmenden Abnutzung der Knorpel in den Gelenken. Eine Ursache hierfür ist eine starke Belastung auf längere Zeit, die sich in Knorpelschäden zeigen. Knorpel haben die Eigenschaft, dass sie sich nicht selbst reparieren können. Die Folge: ein Verschleiß entsteht.

Folgende Ursachen führen zum Gelenkverschleiß:

  • Familiäre Veranlagung
  • Übergewicht
  • Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels (dauernde Überbeanspruchung)
  • Fehlstellungen, beispielsweise X- oder O-Beine sowie eine Hüftgelenksfehlstellung
  • Leistungssport
  • Stoffwechselerkrankungen – etwa Gicht oder Diabetes
  • Entzündliche und rheumatische Krankheiten
  • Verletzungen und Unfälle – etwa ein Knorpeltrauma
  • Falsche Ernährung (Übersäuerung)
  • Stress und unharmonisches Seelenleben
  • Mineralstoffmangel
  • Blutkrankheit – nur ursächlich für die hämophile Arthrose
  • Hormonelle Faktoren
Diagnose von Arthrose

Arthrose feststellen – so läuft die Diagnose ab"

Falls Sie an den oben beschriebenen Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt einen Facharzt der Orthopädie aufsuchen. Wenn Sie Schmerzen in den Kiefergelenken haben, ist ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde der richtige Ansprechpartner.

So läuft die Diagnose dann in den meisten Fällen ab:

Schritt 1: Diagnosegespräch

Ihr Arzt wird Sie nach traumatischen Erlebnissen und Vorerkrankungen fragen. Zudem müssen Sie Ihre Schmerzen ausführlich beschreiben. Eine wichtige Frage: „Bessern sich Ihre Schmerzen bei Bewegung oder im Ruhezustand?“

Schritt 2: Körperliche Untersuchung

Im nächsten Schritt werden Ihre Gelenke auf Stellung und Funktion untersucht. Des Weiteren wird der Bewegungsablauf unter die Lupe genommen. Bestimmte Druckpunkte werden ausgetestet und etwaige Geräusche wie Knacksen oder Reiben erkannt.

Schritt 3: Röntgen, CT oder MRT

Im Falle einer Verdachtsdiagnose kann ein Röntgenbild Aufschluss darüber geben, ob Sie an einer Arthrose leiden. Auch Fehlstellungen und Veränderungen in der Knochenstruktur kommen damit ans Tageslicht. Frühstadien der Arthrose sind auf Röntgenbildern aber oft nicht erkennbar, weshalb sich eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) besser eignet, da diese bildgebenden Verfahren oft genauere Einblicke ermöglichen. Ihr Arzt wird mit Ihnen feststellen, welches Verfahren in Ihrem Fall am sinnvollsten ist.

Folgende „versteckte“ Anzeichen können auf eine Arthrose hindeuten:

  • Osteophytäre Randzacken (Knochenzuwachs am Rand)
  • Gelenkspaltverschmälerung
  • Deformierung der gelenksbildenden Knochenenden

Behandlung und Therapie bei Arthrose

Wenn Sie die Bestätigung bekommen haben, dass Sie an Arthrose leiden, sollten Sie sofort mit der Therapie beginnen. Doch eines vorweg: Eine Arthrose ist leider nicht heilbar, da sich Knorpel nur bei Kindern regenerieren können.

Sie können aber dafür sorgen, dass die Schmerzen gelindert werden und Ihre Beweglichkeit wieder erhöht wird.

Therapie durch Sport

Arthrose-Sport kann dabei helfen, die Fortschreitung der Erkrankung zu stoppen. Hier eignen sich schonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, denn sie belasten alle Gelenke gleichermaßen. Auch eine Krankengymnastik (Physiotherapie) kann Abhilfe für Patienten schaffen.
Einige hilfreiche, schonende Rücken- und Dehnungsübungen finden Sie auf Hansaplast Youtube.

Behandlung von Arthrose

Operation

Gelenk-Fehlstellungen können orthopädisch korrigiert werden. Am häufigsten kommt hierbei ein künstliches Gelenk (TEP) zum Einsatz. Bei jüngeren Patienten kann auch eine Umstellungsoperation angewandt werden, bei der der krankhafte Knorpel dauerhaft entlastet wird.

Konservative Behandlung

Wenn Sie an Übergewicht leiden, sollten Sie unbedingt an Gewicht verlieren, um einer Überbelastung zu entgehen.

Bei einer Arthrose der Hüften oder der Knie sollten Sie die Gelenke unbedingt entlasten, um den Verschleiß zu minimieren. Unser Tipp: Wechseln Sie regelmäßig Ihre Sitz- und Stehpositionen.

Arthrose in den Zehen kann durch Gehstöcke und das richtige Schuhwerk vermieden werden. Schuhe mit hohen Absätzen sind für Arthrose-Patienten ein absolutes No-Go!

Medikamente

Folgende Medikamente können die Schmerzen bei Arthrose lindern und Entzündungen hemmen: Schmerzmittel wie Paracetamol, kortisonfreie Entzündungshemmer wie Ibuprofen, Gelenkinjektionen, Glucosamin und Hyaluronsäure. Sprechen Sie aber in jedem Fall mit Ihrem Arzt bevor Sie solche und andere Medikamente einnehmen. Nur er kann Sie bestmöglich beraten und Ihnen das richtige Heilmittel empfehlen.

Ernährung als Therapie

In Studien gab es Hinweise darauf, dass eine gesunde Ernährung den Krankheitsverlauf bei Arthrose günstig beeinflusst. Vor allem die Aufnahme von Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin sind empfehlenswert.

Zusätzliche Möglichkeiten der Therapie

Wärme- und Kältebehandlungen, Wasser- und Bädertherapien, Elektrotherapie, Ultraschall, Gehstützen, Fersenkissen, Bandagen und Sitzerhöhungen sind ebenfalls effektive Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.

Übung um Rumpf und Schulter zu stärken

Weitere Fitness-Übungen für einen starken Rücken finden Sie in der Hansaplast ABC Mediathek.

Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am UKH Lorenz Böhler Wien und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

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