Sie bücken sich, heben eine schwere Kiste und schon passiert es: Stechende Schmerzen machen sich bemerkbar, die sich von der Hüfte abwärts bis in die Füße ziehen. Wahrscheinlich ist Ihr Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) gereizt oder eingeklemmt. Ischiasschmerzen sind eine gängige Form von Rückenschmerzen. Es handelt sich beim Ischiassyndrom um eine Reizung des Nervs. Entdecken Sie hier alle Ischiassymptome und Ursachen und erfahren Sie, welche Behandlung und Therapie bei Ischiasschmerzen hilft.

Ursachen, Behandlung & Co.: Alles zum Ischiasnerv

Der wohl längste Nerv des Körpers

Der Ischias ist eine umgangssprachliche Kurzform für den Ischiasnerv. Der Ischias ist ein sehr dicker und der wohl längste Nerv im menschlichen Körper. Er befindet sich zwischen dem vierten Lenden- und zweiten Kreuzbeinwirbel und besteht hauptsächlich aus Nervenfasern, die an bestimmten Stellen aus dem Rückenmark austreten und ein Geflecht (Plexus) formen: die Nervenwurzeln.

der Ischiasnerv

Der Ischiasnerv reicht von den Hüften abwärts über die Oberschenkel und Kniekehlen bis in die Füße und zu den Zehen. Ab der Kniekehle teilt sich der Ischiasnerv in zwei kleinere Nerven (Nervus peroneus und Nervus tibialis) auf. Deren Verästelungen verlaufen bis in die Zehen.

Der Ischiasnerv hat die Aufgabe Empfindungen der Beine an das Rückenmark zu leiten und umgekehrt. Sein Funktionsbereich ist also sehr groß, weshalb der Ischiasnerv sehr bedeutend ist. Ist dieser gestört, kann dies als Schmerz gefühlt werden.

Der Unterschied zwischen Ischialgie, Lumboischialgie und Lumbalgie

Wenn der Ischiasnerv isoliert gereizt wird, spricht man im Fachjargon von einer Ischialgie. Schmerzen treten nur entlang des Ischiasnervs auf, nicht in der Wirbelsäule!

Wenn die Schmerzen auch auf andere Bereiche ausstrahlen, etwa auch in der Lendenwirbelsäule auftreten, spricht man von einer Lumboischialgie.

Schmerzen alleinig im Bereich der Lendenwirbelsäule deuten auf eine Lumbalgie hin. Dieser Schmerz wird im Volksmund als Hexenschuss bezeichnet.

Ischiasschmerzen sind weit verbreitet

Männer sind öfter vom Ischiassyndrom betroffen als Frauen, wobei das Alter keine wesentliche Rolle spielt. Auch jüngere Menschen können Schmerzen im Bereich des Ischias verspüren. Vor allem an kälteren und feuchteren Tagen treten Ischiasschmerzen vermehrt auf. Das Ischiassyndrom muss unbedingt ärztlich abgeklärt und eine Behandlung darauf abgestimmt werden, da ansonsten komplexe Folgeschäden auftreten können.

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Symptome für Ischiasschmerz

Ursachen von Ischiasschmerzen

Probleme mit dem Ischias können vielerlei Ursachen haben. Meistens entstehen sie bei verspannten Rückenmuskeln, Gürtelrose (Herpes zoster), Blockierungen der Wirbelknochen, Bandscheibenvorwölbungen (Protrusion), Lyme-Borreliose (Infektionserkrankung), Tumoren oder Metastasen und Bandscheibenvorfällen. Der Ischias kann durch diese Ursachen stark gereizt oder eingeklemmt werden. Eine entsprechende Schmerz-Therapie ist deshalb von den jeweiligen Ursachen abzuleiten. Mit dem Alter nützen sich die Bandscheiben zunehmend ab, was dazu führt, dass sie sich bei Druck verwölben. Die Folge: ein stechender Schmerz entlang der Nervenbahn des Ischiasnervs, der einem Elektroschlag gleichkommt.

Uraschen für Ischiasschmerz

Ischiasnerv Symptome richtig deuten

So erkennen Sie einen beleidigten Ischias

Ein gereizter oder eingeklemmter Ischias zeigt sich in stechenden, brennenden, bohrenden oder einschießenden Schmerzen. Für Betroffene wird jede Bewegung zum Mühsal. Pressen und Husten können die Beschwerden und den Schmerz verstärken.

Bei einer Einklemmung des Ischiasnervs können die Schmerzen auf dessen Funktionsbereich ausstrahlen. In diesem Fall spricht man von einer Lumboischialgie.

Es kann sein, dass neben dem Stechen auch Taubheit, Kribbeln (Ameisenlaufen) oder Lähmungen einzelner Muskelpartien als Begleiterscheinung auftreten. Wenn die Ischiasschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls entstanden sind, dann strahlt der Schmerz meist nur in ein Bein aus, je nachdem auf welche Seite die Bandscheibe verrutscht ist. Doch nicht jeder Bandscheibenvorfall wird bemerkt, denn oft verläuft die Erkrankungen symptomlos (asymptomatische Bandscheibenvorfälle). Neben den normalen Symptomen können auch sogenannte „Rote Flaggen“-Symptome auftreten: eine unkontrollierte Entleerung von Blase und Darm (cauda-equina-Syndrom), Verlust des Gewichts, Fieber, nächtliche Schmerzverstärkung und Frakturen.

Diagnose des Ischiasschmerz

Diagnose des Ischiassyndroms

Normalerweise sollten die unkomplizierten Ischiasschmerzen nach einigen Tagen von alleine verschwinden. Wenn es doch länger dauert, sollten Sie unbedingt einen wirbelsäulenversierten Arzt, z.B. einen Orthopäden aufsuchen, damit eine Diagnose gestellt und eine Behandlung gefunden werden kann. Die Diagnosefindung einer Ischialgie oder Lumboischialgie erfolgt typischerweise durch eine genaue Erhebung der Krankheitsgeschichte. Im Gegensatz zum Hexenschuss strahlt das Ischiassyndrom bis ins Bein aus. Eine ebenso tragende Rolle spielt die Rückenschmerz-Vorgeschichte des Patienten für die Diagnose.

Spezielle klinische Untersuchungen bringen Aufschluss

Bei der darauffolgenden, neurologischen Untersuchung testet der behandelnde Arzt, wie reflexiv und sensibel sich die betroffene Stelle verhält. So können Fehlhaltungen und Lähmungen gedeutet werden. Eine gängige Vorgehensweise ist die Folgende: Der Betroffene liegt auf dem Rücken und muss ein Bein gestreckt anheben. Beim Ischiassyndrom kann dies mit starken Schmerzen einhergehen.

Mit bildgebenden Verfahren zur detailierten Diagnose

Bei der Diagnose Ischiasschmerz durch einen Bandscheibenvorfall, Tumor oder eine Entzündung erfolgt eine Magnetresonanz- oder Computertomografie (MRT, CT), um etwa das Ausmaß der Bandscheibenvorwölbung zu ermitteln. Frakturen können so auch ausgeschlossen werden. Lokale Entzündungen zeigen sich ebenfalls durch das MRT oder CT.

Infektionen und Tumore werden durch eine herkömmliche Blutuntersuchung ausgeschlossen.

Mittels Lasègue-Test können Nervendehnungszeichen geprüft werden. Manchmal erfolgt eine Lumbalpunktion, bei der Gehirnflüssigkeit aus dem Rückenmarkkanal mit einer Hohlnadel entnommen wird.

Ischiasschmerz behandeln

Ischiasnerv Behandlung -
das können Sie tun

Ein beleidigter Ischias bedarf unbedingt einer angemessenen Behandlung, da ansonsten chronische Fehlhaltungen und Nervenschädigungen zurückbleiben. Die zugrundeliegende Erkrankung, welche die Reizung des Ischiasnervs bedingt, muss behoben werden, um die Schmerzen zu lindern.

Behandlung: Schmerz- und Physiotherapie schaffen Abhilfe

Die herkömmliche Ischias Behandlung sieht folgendermaßen aus: Neben schmerz-, entzündungshemmenden und muskelentspannenden Medikamenten wird meistens eine Physiotherapie verschrieben, bei der Ischias Übungen durchgeführt werden. Patienten minimieren bei der Therapie mittels Rückenübungen und Wassertherapie ihre Schmerzen. Reine Bettruhe hilft nicht gegen Ischiasschmerzen. Patienten sollten sich hingegen mäßig bewegen, um die Schmerzen effektiv, aber schonend zu lindern. Ischiasnerv Übungen in der Therapie stärken die Muskulatur und lösen Verspannungen. Langes Stehen und Sitzen sollten auf jeden Fall vermieden werden! Kältebehandlungen mit Eis oder Güssen sowie Wärmebehandlungen mit Packungen und Wickeln können ebenso Abhilfe schaffen.

Ischiasschmerz behandeln

Weitere Formen der Therapie und Behandlung

In schlimmeren Fällen kann die betroffene Stelle lokal betäubt werden. Zudem können Massagen und Reizstrombehandlungen sowie eine Fußreflexzonentherapie den Schmerz lindern.

Alternativmedizinische Therapie als Ausweg

Auch die Alternativmedizin bietet eine Reihe an Möglichkeiten der Behandlung und Therapie, etwa durch Akupunktur oder Elektrotherapie.
Die Dosis und Dauer der Ischias Behandlung legt Ihr Arzt fest. In 80% der Fälle führt aber die konservative Therapie zur Genesung und Schmerzfreiheit.

Ischialgie vorbeugen

Ischialgie und Lumboischialgie vorbeugen

Mit Sport zu einem gestärkten Rücken

Betreiben Sie regelmäßig rückenschonende Sportarten, die Ihre Rumpfmuskulatur stärken. Hier bietet sich beispielsweise Yoga, Rückengymnastik, Qigong, Powerplate, Rückenschwimmen, Wandern oder Nordic Walking an. Entdecken Sie hier ein Video-Tutorial für eine effektive Bauch- und Rückenübung. Sie optimiert die Haltung und Körperspannung und beugt so Ischiasproblemen vor.

Schweres Heben vermeiden

Vermeiden Sie Übergewicht, denn dies fördert das Risiko für eine Ischialgie.
Heben Sie nicht zu schwer und wenn, dann nur aus der Hocke heraus mit einem durchgestreckten Rücken.

Ein rückenfreundlicher Arbeitsplatz ist Voraussetzung

Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Arbeitsplatz rückenfreundlich eingerichtet ist. Passen Sie Ihren Stuhl an Ihre Körpergröße an und sitzen Sie stets aufrecht. Regelmäßige Bewegungen vermeiden ebenso Muskelverspannungen und Fehlhaltungen. Entdecken Sie hier unseren Ratgeber für sitzende Berufe.

Weitere Tipps zur Vorbeugung der Ischialgie

Des Weiteren können Heilmassagen und qualitativ hochwertige Schlafmatratzen einen Ischias vorbeugen.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.

Übung für die Stärkung des Gesäßes und des Beckens

Entdecken Sie hier eine effektive Übung, die Becken und Po kräftigt:

Weitere Fitness-Übungen für einen starken Rücken finden Sie in der Hansaplast ABC Mediathek.

OA Dr. Patrick Mader

Dieser Beratungs-Fachartikel wurde mit dem medizinischen Expertenbeirat von OA Dr. Patrick Mader (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Oberarzt der orthopädischen Abteilung am Landesklinikum Neunkirchen und im Ordinationszentrum Döbling) erstellt.

Rückenschmerzen vermeiden

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